Jahresrückblick 2025 – Schritt für Schritt durchs erste Jahr

Professionelles Porträtfoto von Katja Andergassen, aufgenommen in Berlin. Sie trägt einen dunkelblauen Pullover. Es ist Katja Andergassen und ihr Spiegelbild zu sehen. Katja Andergassen bietet Weiterbildungen und Prozessbegleitungen für pädagogische Fachkräfte an. Fotografie von Markus Braumann

Dieser Jahresrückblick ist kein Best-of. Er ist ein Dazwischen.

2025 war mein erstes Jahr als Selbstständige. Und es war kein Jahr der großen Sprünge. Es war ein Jahr der kleinen Schritte. Der Entscheidungen. Der ersten Male. Nicht alles war geplant. Nicht alles war leicht. Und längst nicht alles war perfekt.

Aber: Es war ehrlich.

„Prozess statt Perfektion“ entwickelte sich als mein Motto für 2025: Launchen, bevor alles fertig ist. Pausen einplanen, wenn der Körper sie braucht. Dranbleiben, auch wenn es langsamer geht als gedacht.

Ich teile diesen Jahresrückblick, weil ich dich mitnehmen möchte auf meinem Weg: Von der Ergotherapeutin zur Weiterbildnerin und Prozessbegleiterin, um pädagogische Fachkräfte dabei zu unterstützen, Kindern mit (drohender) Behinderung Teilhabe zu ermöglichen.

Vielleicht liest du diesen Rückblick, weil auch du merkst, dass Entwicklung selten geradlinig verläuft – weder beruflich noch persönlich.

Das waren meine Pläne für 2025

Einige davon waren fachlich, andere sehr persönlich. Und genau diese Mischung hat mein Arbeiten 2025 geprägt.

Arbeit & Business

Newsletter regelmäßig schreiben
Einigermaßen regelmäßig. Nicht perfekt, aber er ist da und ich freue mich über jede einzelne Anmeldung.

Blog aufbauen
Erste Expertenartikel veröffentlicht, unter anderem zu den Themen: Was ist herausforderndes Verhalten? und Gleichheit ist nicht Gerechtigkeit. Der Anfang ist gemacht.

Prozessbegleitung entwickeln & launchen
Im Frühjahr entwickelt. Im Juni der erste Durchgang. Im November/Dezember der zweite Durchgang – weiterentwickelt mit den Rückmeldungen aus der ersten Runde. Das Online-Format funktioniert und ermöglicht Begleitung über regionale Grenzen hinweg. 2026 geht es mit weiteren Anpassungen weiter.

Nur noch 2-tägige Seminare anbieten
Im Januar entschieden und mit wenigen Ausnahmen durchgezogen. Und es war die richtige Entscheidung, denn echte Veränderung braucht Zeit.

Prozesse im Business optimieren & automatisieren
Fotoshooting gemacht. Homepage überarbeitet – noch nicht fertig. Buchhaltung, Terminplanung und Kundenprozesse sortiert. Auch hier gilt: Prozess statt Perfektion.

Zeit & Arbeitsweise

Alle Schulferien frei
Geschafft. Ein zentraler Grund für die Selbständigkeit. Familie hatte Priorität und wir haben mit unserem Zelt sehr tolle Urlaube im Norden und Süden Europas verbracht.

Montags terminfrei
Meistens. Manchmal brauchte es Flexibilität, aber das Prinzip hat getragen.

Arbeiten im Café
Ich wollte bewusst nicht nur am Schreibtisch arbeiten. Texte schreiben, Konzepte denken, E-Mails beantworten im Café. Andere Geräusche. Andere Energie. Für mich überraschend fokussierend und regulierend zugleich. Ein Arbeitsmodus, der bleiben darf.

Austausch mit anderen Unternehmerinnen Einen festen Raum habe ich in der Mastermind von Julia Lakaemper gefunden. Zusätzlich immer wieder Austausch und Co-Working-Zeiten mit befreundeten Solopreneurinnen.

Selbstfürsorge, Körper & Kreativität

Selbstfürsorge & Gesundheit
Mehr Sporteinheiten als im Jahr zuvor. Weiterhin gerne Brot gebacken und vegane Rezepte ausprobiert. Fastenwoche im Juli. Spaziergänge. Schlaf priorisiert. Im Garten abgehangen. Regelmäßige kleine „Wellness-Tage“. Nicht spektakulär, aber wirksam.

Mehr Konzerte & Kultur
Beatsteaks (30 Jahre!), Mighty Oaks, Gropiusbau, Ikono Berlin (Bällebad!), Theater Miamou, House of Luxor Varieté und einiges mehr. Hier gibt es auf jeden Fall noch Potenzial und Berlin macht es mir ja zum Glück leicht.

Projekt „Räume gestalten“
Zwei Zimmer neu gestaltet. Ein kleines Gartenprojekt umgesetzt und schwedenrot gestrichen (meine Schuhe auch). Im Dezember endlich die Bilder aufgehängt, die acht Monate bereitstanden. Sichtbare Ergebnisse. Schritt für Schritt.

Sicherheit

Umsatzziel (Fast) Geschafft. Mein erstes Jahr in der Selbstständigkeit war wirtschaftlich erfolgreich. Es gibt einige Monate im neuen Jahr, in denen ich bereits ausgebucht bin. Das gibt Sicherheit für 2026.

Nicht alles, was 2025 geprägt hat, stand auf meiner Planungsliste. Manches kam ungefragt. Manches hat Zeit gebraucht. Und manches hat rückblickend genau das möglich gemacht, was vorher nicht geplant war.

Ungeplant – aber prägend

Familiäre Übergänge 2025 war auch ein Jahr der Transitionen. Einschulung und ein Klassenwechsel waren geplant. Ein Kitawechsel war ungeplant, aber wichtig.

Fastenwandern im Juli Spontan entschieden, auch wenn ich vorher dachte „Das schaffe ich nie!“. Wanderungen durch Tegel, am Wannsee, im Grunewald. Viel Bewegung, Natur und Zeit mit mir selbst.

SPZ-Seminar im Dezember Auch ziemlich spontan (Anfrage kam im September) war ich zum ersten Mal als Dozentin in einem Berliner KJA/SPZ. Ein Ort, an dem ich über zehn Jahre als Ergotherapeutin gearbeitet habe. Das erste Mal (und sicher nicht letzte Mal) stelle ich mein Konzept einem interdisziplinären Team vor.

Meine wichtigsten beruflichen Entscheidungen 2025

Oder: Warum ich tue, was ich tue.

Warum nur noch 2-tägige Seminare?

2024 habe ich noch 1-tägige Seminare angeboten. Sechs Stunden Input. Viel Theorie. Begeisterte Teams. Ich konnte mir allerdings nicht vorstellen, dass nach einem Tag wirklich etwas bleibt. Es hat die Zeit für Fallbesprechungen und einen intensiveren Austausch gefehlt.

Deshalb habe ich im Januar 2025 entschieden: Nur noch 2-tägige Seminare.

Am ersten Tag geht es um Verstehen. Am zweiten Tag um Handeln. Gemeinsam, im Team.

Zwei Tage sind kein Allheilmittel. Aber sie sind ein Anfang und reichen, damit die Teams eigenständig Fallbesprechungen durchführen, Hypothesen entwickeln, konkrete Lösungen und Pläne erarbeiten können.

Warum zusätzlich eine Online-Prozessbegleitung?

Mit meinen Präsenzseminaren erreiche ich Teams, die in Berlin arbeiten, sich geschlossen weiterbilden können und deren Leitung diesen Prozess mitträgt.

Aber oft höre ich aus Kitas, dass genau das kaum noch möglich ist. Der Personalmangel lässt keine Teamtage zu, Vertretungen fehlen und Fortbildung wird immer wieder verschoben. Viele Fachkräfte wünschen sich fachliche Impulse und Entlastung, können aber nicht darauf warten, bis ein ganzes Team Zeit hat. Genau aus dieser Realität heraus ist mein Onlineangebot für einzelne pädagogische Fachkräfte entstanden.

Deshalb habe ich mich für ein Online-Format entschieden, als bewusste Erweiterung.

Die Prozessbegleitung läuft über mehrere Termine. Dazwischen Zeit für Umsetzung im Alltag. Beim nächsten Termin: reflektieren, sortieren, nachschärfen.

Im ersten Durchgang war eine Teilnehmerin aus Schweden dabei. Im zweiten eine aus Österreich. Es haben eine Kita-Leitung und eine Fachberatung, aber auch eine Ergotherapeutin und sogar ein Elternteil, dass das eigene Kind besser verstehen wollte teilgenommen.

Was mich an der Prozessbegleitung begeistert, kannst du hier nachlesen.

Warum ich meine Zielgruppe erweitere?

Im Dezember habe ich zum ersten Mal ein Seminar in einem Berliner KJA/SPZ gehalten. Vor mir saßen therapeutische Fachkräfte, Heilpädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, Ärztinnen.

Obwohl ich selbst als Ergotherapeutin über 10 Jahre in einem solchen KJA/SPZ gearbeitet habe, war ich mir erst gar nicht so sicher, ob das systematische Vorgehen im Umgang mit herausforderndem Verhalten, dass ich bisher in Kitas und Schulen präsentiert habe, auch für dieser interdisziplinäre Team geeignet ist.

Meine „Hirngespinste“ sind am Seminartag schnell verflogen. Denn es hat sich bestätigt:

Wenn wir Verhalten nach den gleichen Prinzipien verstehen, wenn wir systematisch vorgehen und nicht im jeweiligen Berufsdenken stecken bleiben, entsteht echte Zusammenarbeit.

Nicht: „Die Therapeutin macht das so, die Erzieherin anders, die Lehrerin nochmal anders.“

Sondern: Wir sprechen dieselbe Sprache. Wir entwickeln Lösungen gemeinsam. Wir ziehen an einem Strang.

Das war ein entscheidender Moment für mich. Weil er gezeigt hat: Meine Arbeit ist nicht auf eine Berufsgruppe begrenzt.

Sie richtet sich an alle, die Verantwortung für Kinder tragen und bereit sind, Verhalten nicht zu bewerten, sondern zu verstehen.

Was mich diese Jahr gelehrt hat

2025 war ein ehrliches Jahr. Es war kein Jahr der großen Sprünge, vermutlich war es genau deshalb ein gutes Jahr.
Denn echte Veränderung entsteht nicht durch Highlights, sondern durch Wiederholung.

Ich habe gelernt, mich an Beppo den Straßenfeger aus Momo zu erinnern:
Nicht an die ganze Straße denken.
Nicht an das Ende.
Sondern an den nächsten Besenstrich.
Und dann den nächsten.

Worauf bin ich stolz?

Auf alle Fachkräfte, die Verstehen wollen.
Ich bin in diesem Jahr sehr vielen Fachkräften begegnet, die einen systematischen, professionellen Umgang mit herausforderndem Verhalten finden wollen. Dazu gehört sehr viel Selbstreflexion und somit auch Mut.

Auf mein erstes Jahr in der Selbstständigkeit.
Das Umsatzziel ist (fast) erreicht, einige Monate im neuen Jahr sind bereits ausgebucht. Das gibt Sicherheit für 2026.

Ich bin stolz darauf, dass ich viele Dinge angepackt habe und im Prozess geblieben bin.
Prozessbegleitung entwickelt und gelauncht. Blog gestartet. Newsletter geschrieben. Fotoshooting gemacht. Homepage überarbeitet. Nicht alles fertig. Aber alles in Bewegung.

Ich bin stolz darauf, dass ich meine Gesundheit ernst genommen habe.
Fastenwoche im Juli. Café-Arbeit als Regulation entdeckt. Natur und Garten als Ausgleich. Pausen nicht nur gedacht, sondern (ausbaufähig) gelebt.

Und ich bin stolz darauf, dass ich Zeit mit meiner Familie priorisiere.
Alle Schulferien frei. Camping. Familienzeit im Garten. Genau das war ein Grund für die Selbständigkeit und genau so hat es sich auch angefühlt.

Was habe ich über mich gelernt?

Dass Schritt für Schritt reicht. Prozess statt Perfektion ist zu meinem Motto und zu meiner Realität geworden.

Dass ich sehr gerne Zeit mit mir alleine verbringe. Ich bin gerne unter Menschen, arbeite gerne im Café, bin gerne im Austausch und gleichzeitig hat mit 2025 gezeigt, dass ich mehr Alleinezeit brauche, als noch vor ein paar Jahren und dass ich diese mittlerweile sehr genießen kann.

Dass ich Austausch brauche. 1 Jahr Mastermind hat mir gezeigt, dass mir der Austausch mit anderen Unternehmerinnen, das gemeinsam Planen und das gemeinsam Erfolge-feiern immens hilft, meinen Fokus zu halten.

Dass Kreativität Regulation ist. Ich habe dieses Jahr mit vielen Dingen experimentiert und gemerkt wie sehr sich meine Gedanken dabei sortieren und mein Körper sich entspannt: Gitarre. Keyboard. Häkeln. Stricken. Malen. Mosaik.

Was habe ich zum ersten Mal gemacht?

Mein erstes Jahr in der Selbstständigkeit. Fast alles war neu.

Meine erste Fastenwoche. Es tat so gut.

Mein erstes Seminar mit Gebärdensprachdolmetscher:innen. Eines meiner Seminare wurde synchron übersetzt.
Das war ein starkes Erlebnis.

Das erste Mal nach mindestens 10 Jahren wieder Wasserrutsche gefahren. Lachen. Kreischen. Kind sein dürfen.

Viele Brett- und Kartenspiele zum ersten Mal gespielt. Manchmal gewonnen, oft verloren. Die Kinder haben sich gefreut.

Wofür bin ich dankbar?

Für Unterstützung. Die Mastermind und den Austausch mit anderen Unternehmerinnen. Freunde, bei denen ein Anruf genügt.

Für meine Familie. Die gemeinsame Zeit und die vielen Lernmomente.

Für meine Gesundheit. Vor zehn Jahren hatte meine Mutter mit 60 einen Schlaganfall. Das hat mich geprägt.

Was bleibt – und was ich zurücklasse

Zurück bleibt der Gedanke, alles allein schaffen zu müssen. Das muss ich nicht.

Zurück bleibt der Anspruch, dass alles perfekt sein muss. Muss es nicht.

Zurück bleibt auch die Angst, noch nicht gut genug zu sein. Ich bin genau richtig.

Mein 2025 in Zahlen

12 Monate in der Selbständigkeit
14 freie Träger
2 Arbeitsgruppen
11 begleitete Facharbeiten
2 Durchgänge Prozessbegleitung
0 Seminare in den Schulferien
1 Workshop an einem Samstag

und vor allem

Hunderte von Fachkräften, die mit mir herausforderndes Verhalten verstehen wollten.
Und unzählige Kinder, die davon profitieren, dass ihre Bezugspersonen nicht mehr bewerten, sondern verstehen.

Mein Ausblick auf 2026

All das, was 2025 geprägt hat fließt auch 2026 in meine Arbeit ein.

Meine Ziele für 2026

  • 14tägig Input zu herausforderndem Verhalten über meinen Newsletter versenden.
  • Weitere 10 Teams dabei begleiten, herausforderndes Verhalten zu verstehen.
  • Wöchentlich ein Brot backen.
  • Eine Woche fasten.
  • Mindestens 5 Wochen am Meer verbringen.

Mein Motto für 2026 heißt: Regulation vor Kooperation!
(Was es mit diesem Motto auf sich hat, schreibe ich in meinem nächsten Blogartikel.)

2026 wird ähnlich unspektakulär wie 2025. Ich gehe weiter, Schritt für Schritt.

Und vielleicht gehst du ja mit?

Hier sind die Räume, in denen ich dich 2026 begleite:

Weiterbildung

2-tägiges Inhouse-Seminar für Teams, die herausforderndes Verhalten systematisch verstehen und gemeinsam handlungsfähig werden. Mit verständlichem Input, gemeinsamer Fallarbeit und klaren, alltagstauglichen Handlungsplänen.

Prozessbegleitung

Online-Angebot für pädagogische Fachkräfte, die herausforderndes Verhalten systematisch verstehen und im Alltag sicher handeln möchten. Mit verständlichem Input, Workbook und begleitendem Austausch.

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