Tatsache. Schon ist das erste Quartal vorbei. Mein März war ähnlich voll wie mein Februar – verging dadurch auch wieder im Flug. Ich hatte sowohl privat als auch beruflich sehr viel Austausch und habe meine Wirksamkeit in Richtung friedvolles Miteinander sehr stark spüren dürfen. Dabei war ein wesentlicher Punkt die Auseinandersetzung mit der Unterscheidung Beobachtung versus Bewertung.
Inhaltsverzeichnis
Auszeit am Scharmützelsee
Der Monat März startete mit einer kleinen Auszeit am Scharmützelsee. Jährlich fahre ich mit 2 Freundinnen für ein Wochenende nach Brandenburg um die Natur zu genießen, lecker zu essen, zu saunieren und vor allem um uns ausgiebig auszutauschen. Wir kennen uns seit ich in Berlin bin (fast 20 Jahre!) und haben mehrere Jahre gemeinsam in derselben Praxis für Ergotherapie gearbeitet. Mittlerweile arbeitet eine von uns im öffentlichen Dienst, eine weiterhin in einer Praxis und ich habe mich selbständig gemacht. Neben dem privaten Austausch gibt es natürlich auch viele Gespräche über Ergotherapie, die Versorgung in Berlin und was wir uns von dem System wünschen. Da ich weiterhin auch in der Ausbildung von Ergotherapeutinnen tätig bin, sind die verschiedenen Perspektiven für mich Gold wert.
Seminar-Marathon
Wie auch der Februar hatte der März es in sich und es fanden zahlreiche Seminare statt, z.B.
- für Ergotherapeutinnen in Ausbildung (ev. Waldkrankenhaus Spandau)
- für angehenden Fachkräfte für Inklusion und Teilhabe (tandem BTL)
- für bereits ausgebildete Fachkräfte für Inklusion und Teilhabe (Humanistischer Verband und bei pädalogik)
- für 3 Kita-Teams (PAD und Kinder im Kiez) und
- für das Team einer Potsdamer Schule (Oberlinschule).



Beobachtung vs. Bewertung/Interpretation
In meinen Seminaren der letzten Wochen wurde eine zentrale Herausforderung immer wieder deutlich: Viele pädagogische Fachkräfte tun sich schwer damit, zwischen der reinen Beobachtung eines kindlichen Verhaltens und dessen Bewertung oder Interpretation zu unterscheiden.
Aussagen wie „Lisa ist aggressiv“ oder „Noah verweigert sich ständig“ sind keine Beobachtungen, sondern bereits Deutungen. Eine tatsächliche Beobachtung würde lauten: „Lisa hat Max geschubst, als er ihr Spielzeug nahm“ oder „Noah hat dreimal hintereinander den Kopf geschüttelt und ’nein‘ gesagt, als er zum Aufräumen aufgefordert wurde.“
Dieser feine, aber entscheidende Unterschied ist der Schlüssel zu einem tieferen Verständnis kindlichen Verhaltens. Erst wenn wir das konkrete Verhalten präzise beschreiben, ohne es mit unseren subjektiven Annahmen zu vermischen, können wir wirklich verstehen, was das Kind uns mitteilen möchte. Wir erkennen Muster, identifizieren Auslöser und entwickeln passgenauere Unterstützungsangebote.
In unseren Übungen wurden viele Teilnehmende überrascht, wie oft sie unbewusst wertende/interpretierende Begriffe verwenden und wie schwierig es sein kann, bei der reinen Beschreibung zu bleiben.
Doch genau diese Fähigkeit bildet das Fundament für eine fähigkeitenorientierte Pädagogik, die Kinder in ihrer Einzigartigkeit wahrnimmt, anstatt sie in vorgefertigte Schubladen zu stecken.
Was sonst noch so los war im März


